| Bei der
Commedia dell’Arte (Commedia improvvisa) handelt es sich um
eine um 1550 in Oberitalien entstandene Stegreifkomödie, die
Elemente ländlicher italienischer Farcen mit denen des volkstümlichen
Mundartspiels, der antiken Komödie und der literarischen Komödie
der Renaissance verbindet.
Diese Stegreifkomödien wurden von Berufsschauspielern
aufgeführt. Daher rührt auch der Name (Arte = Gewerbe).
Der Spieltext liegt in Form von Szenarien (scenario) fest, die den
groben Handlungsstrang vorgeben. In den Szenarien geht es überwiegend
um Liebesverwicklungen mit den damit verbundenen Intrigen, die sich
am Ende glücklich auflösen. Nicht die Originalität
des Stoffes, sondern die immer neue Variation des allseits Bekannten
bildet das Prinzip des Spiels der Commedia dell’arte.
Innerhalb dieses vorgegebenen Handlungstrangs wird
zum Teil improvisiert. Vielfach werden dabei vorher einstudierte
rhetorische Formeln oder ein persönliches Repertoire an Monologen
und Dialogpartien benutzt. Clownsspäße, so genannte lazzi,
runden das Spiel ab. Die Commedia dell’arte ist geprägt
durch Schlagfertigkeit (battute = schlagfertige Antworten), Witz
(concetti = geistreiche Einfälle) und Komik. Wichtiger als
der Text und die Vermittlung von Bildern ist die körperliche
Ausdrucksfähigkeit, die Mimik und Gestik. Der Text ist immer
der Bewegung untergeordnet.
Die komischen Charaktere treten dabei in stets
gleicher Maske und gleichem Kostüm auf. Fast jede italienische
Landschaft trägt ihren Typus bei. Viele der Masken sind vom
venezianischen Maskenball übernommen worden, während der
Grundbestand an Figuren überwiegend aus der italienischen Renaissance
Komödie, der Commedia erudita stammt. Die Figuren der Commedia
dell’arte werden durch festgelegte Verhaltensweisen, Kostüme
und Masken charakterisiert. Es handelt sich um Typisierungen, die
ein Abbild des bürgerlichen Lebens sind.
In der Frühzeit zeichnet die Commedia dell’arte
eine sehr volkstümliche Spielweise aus. Die herrschenden Gesellschaftszustände
werden kritisiert, Volkes Meinung offen auf der Bühne ausgesprochen
und es wird Partei für die unteren Schichten ergriffen. Auf
Grund des Stegreifcharakters der Commedia konnte die katholische
Zensur umgangen werden.
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